Maren Schulz

1. Woche

Maren Schulz
nothing for ungood, but Glück und Unglück können so nah beieinander sein

nothing for ungood, but Glück und Unglück können so nah beieinander sein

Was eine Woche so alles beinhalten kann

Während ich vor einer Woche noch im hohen Norden der Republik Koffer gepackt, Auto beladen und Freunden verabschiedet habe, sitze ich jetzt im tiefen Süden und bereite den nächsten Grenzübertritt vor: Den in die Schweiz. Und der geht wohl über - Österreich!

Aber der Reihenfolge nach:

Direkt vor meiner Abreise habe ich vom Übergang ins Jenseits eines mir für mein Leben sehr bedeutsamen Menschen erfahren. Das war ein Schock. René, ich nehme dich in meinen Gedanken und in meinem Herzen mit auf diese Vlowing-Tour! Ich glaube, du wärest auch gerne gereist. Deinen Lebensweg hätte Hollywood sich kaum ausdenken können und ist doch so voller Drama gewesen. Du hast manche Höhenflüge und wahrscheinllich so ziemlich jede Untiefe des Lebens durchschritten. Mögest du nun in Freiheit und Frieden ruhen!

Mit all dieser Trauer, Verzweiflung und auch Vorfreude auf das Unbekannte konnte ich kurz hinter Hamburg zwischenlanden bei meiner lieben Kollegin Steffi, die mir dann auch dieses vierblättrige Glückskleeblatt mitgegeben hat. DANKE!!!

Von Kilometer zu Kilometer weiter die A7 entlang dem Allgäu entgegen, ist es faszinierend zu sehen wie es mehr und mehr grünt und blüht: Forsythien satt leuchtend, voll entfaltete Zierkirschblüten ( ich freue mich schon auf die Fortsetzung eines meiner Lieblingsfilme - Hanami! )

Dann erscheinen die ersten Zwiebelkirchtürme - deutliches Zeichen die Schallgrenze nach Süddeutschland erreicht zu haben! Ab jetzt heißt´s Grüß Gott!

Leerer Tank, volle Blase und gute Fügung lassen mich abfahren bei Dinkelsbühl! Volltreffer! Schönste Altstadt Deutschland! Das können sie mit Fug und Recht behaupten! Bin total begeistert von diesem tollen Städtchen! Schwimme mir im städtischen Hallenbad - Samstags Warmbadetag! - den Autofahrt verspannten Rücken wieder geschmeidig. Im Dampfbad erfahre ich von den stolzen und bestens informierten Einheimischen, dass sich sowohl die heute stattfindende Nachtwächterführung als auch das jährliche Kneipenfestival lohnen. Also heißt´s später auf ins Nachtleben! Zuvor noch eine himmlische, integrative Massage vor Ort! Wow, lohnt sich!

Helmut ist unser heutiger Nachtwächter und führt uns auf seiner humorvollen, informativen und kurzweiligen Tour durch´s abendliche Dinkelsbühl. Vor jedem Gasthof/Restaurant/Kneipe stimmt er das berühmte Nachtwächterlied an und gibt per Horn Signal, dass unsere Gruppe vor der Türe steht. Daraufhin erscheint eine Servicekraft - vorzugsweise in Dirndl oder Lederhose - und reicht köstliche, regionale Schoppen Wein oder Bier heraus. Jeder von uns Teilnehmern kann vom Glas nippen. Helmut bestimmt, dass der Mensch mit der weitesten Anreise als erstes trinken darf! Da habe ich mit Sylt natürlich den Jackpot ;-) ! Mmmmh!!! Gut, dass ich heute nicht mehr fahren brauche. Dinkelsbühl hat viiiieeeele Lokale! Hicks.

Am nächsten Morgen noch kleine zwei Stunden Weiterfahrt, dann erreiche ich Oy-Mittelberg. Der dortige Yoga Vidya Ashram lädt heute zum Tag der offenen Tür ein. Pünktlich zum wundervollen veg. Bio-Brunch komme ich an. Hausführung und Yogastunde schließen sich an. Ein entspannter Ort zum Ankommen nach 1000km Asphalt-Flow.

Als Flachland”tirolerin” habe ich gejubelt als ich die ersten Berge von der Autobahn aus entdeckt habe. So ähnlich geht es wohl allen Berg”ösis”, wenn sie nach langer Zeit oder das erste Mal das Meer sehen! Und jetzt im Allgäu: Bergpanoramen - in welche Richtung man auch schaut! Auch die Zugspitze mache ich aus.

Ich liebe das Allgäu! Ein paar Orte durfte ich schon in früheren Jahren erkunden. Ein Landstrich voller Naturschönheiten, herzlicher Menschen und einiger meiner Lieblingsfirmen! Die stelle ich Euch die nächsten Tage vor zusammen mit meinem lieben Vlow!